Forschung

Neben der wissenschaftlichen Begleitung des Förderschwerpunktes leistet das Projekt „Maßnahmen und Empfehlungen für die gesunde Arbeit von morgen“ (MEgA) eigene Forschungsbeiträge für Gesundheit, Prävention und Personalentwicklung. Dazu zählen eine umfassende KMU-Bedarfsanalyse mit Empfehlungen für ein modernes HR- und Gesundheitsmanagement, die Adaption der „Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastungen“ (GPB) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie ein webbasiertes Training zur Work-Life-Balance. Aufbauend wird eine Toolbox mit praxiserprobtem HR-Werkzeug wie Checklisten und Leitfäden für die gesunde Arbeit von morgen entwickelt.

Bedarfsanalyse und Empfehlungen für das HR-Management

Welche Strategien und Maßnahmen sind notwendig, damit Unternehmen den digitalen und demografischen Wandel reibungslos überstehen? Wie können Beschäftigte fit für die Zusammenarbeit mit Assistenzsystemen und Robotern gemacht werden? Wie lassen sich Potenziale älterer Mitarbeiter fördern und entfalten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich eine umfangreiche Befragung von Geschäftsführern und HR-Verantwortlichen aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).   

Im ersten Schritt wurden 88 KMU-Vertreter unterschiedlicher Branchen und Größen mithilfe von teilstrukturierten Interviews zu den Anforderungen und Bedarfen eines modernen HR- und Gesundheitsmanagements befragt. Die Auswertung macht eine Vielzahl an spezifischen Verbesserungsbedarfen deutlich und liegt als Kurzbericht sowie ausführlicher Forschungsbericht vor. Mit einer darauf aufbauenden standardisierten Befragung von 500 Geschäftsführern und HR-Managern werden die erhobenen Bedarfe verifiziert und mögliche Treiber und Hemmnisse bei der Umsetzung identifiziert. Mit dem Expertenwissen werden Gestaltungs- und Handlungsempfehlungen für gesundheits- und kompetenzförderliche Maßnahmen bedarfsgerecht formuliert und den teilnehmenden Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung“ (GPB) für KMU 

Viel Potenzial, um gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen zu reduzieren und das Wohlbefinden von Beschäftigten zu fördern, liegt in der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Mit dem Verfahren „Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung (GPB)“ ist eine objektive Beurteilung von Belastungsfaktoren  möglich. Durch geschulte Analyseteams, die sich aus verschiedenen Vertretern wie Fachkräften für Arbeitssicherheit, Betriebsräten oder Arbeitsmediziner zusammensetzen, werden im Rahmen von Arbeitsplatzbegehungen Tätigkeiten objektiv beurteilt.

In MEgA wird das in Großunternehmen bereits erfolgreich eingesetzte GPB-Verfahren für die Bedarfe von KMU adaptiert. Ziel ist es, den Aufwand des Beobachtungsverfahrens zu reduzieren und den Durchführungsprozess zu vereinfachen. Durch ein verschlanktes Analysetool, das die Besonderheiten von KMU berücksichtigt, werden Unternehmen in einer effizienten und nachhaltigen GPB-Umsetzung unterstützt.

Selbstregulation im Umgang mit digitalen Technologien

Wenn Arbeit zeitlich und örtlich immer flexibler wird, entspricht das einerseits dem Wunsch vieler Beschäftigten nach mehr Zeitsouverenität, kann anderseits aber auch zu einer Entgrenzung von Berufs- und Privatleben führen. Vor allem von Führungskräften wird häufig eine ständige digitale Erreichbarkeit erwartet. Durch ein in MEgA entwickeltes webbasierte Training wird Beschäftigten ermöglicht, ihren Umgang mit digitalen Technologien wie Smartphones oder Tablets zu verbessern und damit eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

Toolbox „Präventives HR- und Gesundheitsmanagement“

Um Personalmanager und Geschäftsführer zu entlasten, wird aufbauend auf den Forschungsergebnissen eine Toolbox entwickelt, die praktikable Werkzeuge für ein modernes und ganzheitliches HR- und Gesundheitsmanagement bereitstellt. Die praxiserprobten Tools, Leitfäden, Checklisten und Handlungsempfehlungen sind auf die Bedürfnisse der KMU zugeschnitten und lassen sich modular in ein bereits bestehendes HR- und Gesundheitsmanagement integrieren. Darüber hinaus können sie für die Entwicklung einer grundlegend neuen, präventiven HR- und Gesundheitsstrategie zum Einsatz kommen. Damit unterstützt MEgA vor allem KMU, dauerhaft für gesundheits- und kompetenzförderliche Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu sorgen.

Ansprechpartner im Projektteam