Forschung

Neben der wissenschaftlichen Begleitung des Förderschwerpunktes leistet das Projekt „Maßnahmen und Empfehlungen für die gesunde Arbeit von morgen“ (MEgA) eigene Forschungsbeiträge für Gesundheit, Prävention und Personalentwicklung. Dazu zählen eine umfassende KMU-Bedarfsanalyse mit Empfehlungen für ein modernes HR- und Gesundheitsmanagement, die Adaption der „Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastungen“ (GPB) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie ein webbasiertes Training zur Life Balance. Aufbauend wird eine Toolbox mit praxiserprobtem HR-Werkzeug wie Checklisten und Leitfäden für die gesunde Arbeit von morgen entwickelt.

Bedarfsanalyse und Empfehlungen für das HR-Management

Welche Strategien und Maßnahmen sind notwendig, damit KMU den digitalen und demografischen Wandel reibungslos überstehen? Wie können Beschäftigte fit für die Zusammenarbeit mit Assistenzsystemen und Robotern gemacht werden? Wie lassen sich Potenziale älterer Mitarbeiter fördern und entfalten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich eine umfangreiche Befragung von Geschäftsführern und HR-Verantwortlichen aus Unternehmen. 

Im ersten Schritt wurden 88 KMU-Vertreter unterschiedlicher Branchen und Größen mithilfe von teilstrukturierten Interviews zu den Anforderungen und Bedarfen eines modernen Human Resource- und Gesundheitsmanagements befragt. Die Auswertung macht eine Vielzahl an spezifischen Verbesserungsbedarfen deutlich. Durch die darauf aufbauende standardisierte Befragung von 597 Geschäftsführern und HR-Verantwortlichen aus KMU sowie Großunternehmen (GU) ließen sich die erhobenen Bedarfe verifizieren und mögliche Treiber und Hemmnisse bei der Umsetzung identifizieren.

► Zu den Befragungen

„Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung“ (GPB) für KMU 

Viel Potenzial, um gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen zu reduzieren und das Wohlbefinden von Beschäftigten zu fördern, liegt in der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Mit dem Verfahren „Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung (GPB)“ ist eine objektive Beurteilung von Belastungsfaktoren  möglich. Durch geschulte Analyseteams, die sich aus verschiedenen Vertretern wie Fachkräften für Arbeitssicherheit, Betriebsräten oder Arbeitsmediziner zusammensetzen, werden im Rahmen von Arbeitsplatzbegehungen Tätigkeiten objektiv beurteilt.

In MEgA wurde das in Großunternehmen bereits erfolgreich eingesetzte GPB-Verfahren für die Bedarfe von KMU adaptiert. Ziel ist es, den Aufwand des Beobachtungsverfahrens zu reduzieren und den Durchführungsprozess zu vereinfachen. Durch ein verschlanktes Analysetool, das die Besonderheiten von KMU berücksichtigt, werden Unternehmen in einer effizienten und nachhaltigen GPB-Umsetzung unterstützt.

► Zum Forschungsbericht GPB für KMU

Selbstregulation im Umgang mit digitalen Technologien

Wenn Arbeit zeitlich und örtlich immer flexibler wird, entspricht das einerseits dem Wunsch vieler Beschäftigten nach mehr Zeitsouverenität, kann anderseits aber auch zu einer Entgrenzung von Berufs- und Privatleben führen. Vor allem von Führungskräften wird häufig eine ständige digitale Erreichbarkeit erwartet. Durch ein in MEgA entwickeltes webbasierte Life Balance Training wird Beschäftigten ermöglicht, ihren Umgang mit digitalen Technologien wie Smartphones oder Tablets zu verbessern und damit eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

► Zum Life Balance Training

MEgA-Toolbox „Gesunde Arbeit 4.0“

Um Personalmanager und Geschäftsführer zu entlasten, wurde aufbauend auf den Forschungsergebnissen eine Toolbox entwickelt, die praktikable Werkzeuge für ein modernes HR- und Gesundheitsmanagement bereitstellt. Die praxiserprobten Tools, Leitfäden, Checklisten und Handlungsempfehlungen sind auf die Bedürfnisse der KMU zugeschnitten und lassen sich modular in ein bereits bestehendes HR- und Gesundheitsmanagement integrieren. Darüber hinaus können sie für die Entwicklung einer grundlegend neuen, präventiven HR- und Gesundheitsstrategie zum Einsatz kommen. Damit unterstützt MEgA vor allem KMU, dauerhaft für gesundheits- und kompetenzförderliche Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu sorgen.

► Zur MEgA-Toolbox „Gesunde Arbeit 4.0"

► Ansprechpartner im Projektteam