Arbeit 4.0 im öffentlichen Dienst und in der Bundesverwaltung – Bedarfe im Personal- und Gesundheitsmanagement

Die tiefgreifenden Veränderungen unserer Arbeitswelt stellen nicht nur Unternehmen der Privatwirtschaft vor große Herausforderungen. Digitale Transformation und demografischer Wandel betreffen auch den öffentlichen Dienst (ÖD) und die Bundesverwaltungen - Deutschlands größte Arbeitgeber mit 4,8 Millionen Beschäftigten.
Neben einer Technisierung von Arbeitsprozessen muss sich der ÖD auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene intensiv mit rechtlichen Aspekten der Digitalisierung auseinandersetzen. 88 Prozent der Beschäftigten im ÖD fühlen sich von der Digitalisierung betroffen und berichten von gestiegenen Anforderungen wie Multitasking, Arbeitsverdichtung und Zeitdruck. Hinzu kommt das relativ hohe Durchschnittsalter. Die steigende Quote der krankheitsbedingten Abwesenheiten im ÖD seit 2007 ist ein Indiz dafür, dass präventive Strategien und Maßnahmen im Personal- und Gesundheitsmanagement dringend erforderlich sind.

Forschungsfragen und Arbeitsziele des Projekts MEgA
Die moderne Arbeit im ÖD und der Bundesverwaltung muss präventiv gestalten werden. Doch welche Maßnahmen, Lösungen und Strategien braucht das Personal- und Gesundheitsmanagement, um die Beschäftigten auf lange Sicht gesund zu erhalten? Welche spezifischen Anforderungen im ÖD existieren? Gibt es Bedarfsunterschiede zwischen Privatwirtschaft und ÖD?

Zur Klärung dieser Fragen wird im Projekt MEgA eine fundierte Bedarfsanalyse für das Personal- und Gesundheitsmanagement im ÖD unter besonderer Berücksichtung der Bundesbehörden durchgeführt. Dazu werden zunächst Leiter und Personalverantwortliche aus unterschiedlichen Behörden mithilfe von teilstrukturierten Interviews zu Anforderungen und Bedarfen befragt. Ebenso werden Vertreter aus der Gewerkschaft Bundesbeschäftigte (vbob) und dem deutschen Beamtenbund (dbb) miteinbezogen. In einer darauf aufbauenden standardisierten Befragung werden die erhobenen Bedarfe verifiziert und mögliche Treiber und Hemmnisse bei der Umsetzung moderner Arbeit umfassend identifiziert. Eine aussagekräftige Maßnahmenableitung wird so ermöglicht.

Parallel zur Bedarfsanalyse wird die MEgA-Toolbox "Gesunde Arbeit 4.0" kontinuierlich gepflegt und aktualisiert. Sie bündelt alle im BMBF-Förderschwerpunkt „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“ entwickelten Instrumente und Lösungen. Die enthaltenen Maßnahmen werden auf ihre Gültigkeit für den ÖD geprüft und entsprechende Best Practices kommuniziert.

Über die MEgA-Website und den MEgA-Newsletter werden Ergebnisse und themenverwandte Entwicklungen in Wissenschaft, Praxis und Politik regelmäßig kommuniziert und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  

Das Projekt „Arbeit 4.0 im ÖD“ (MEgA Aufstockungsantrag) ist auf ein Jahr Projektlaufzeit angelegt und startet voraussichtlich im Mai 2020. Antragsteller und Projektleiter ist Prof. Dr. Karlheinz Sonntag.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Karlheinz Sonntag (Projektleitung), Tel: +49 6221 54-7320, karlheinz.sonntag@psychologie.uni-heidelberg.de
Universität Heidelberg
Arbeits- und Organisationspsychologie
Hauptstr. 47 – 51
69117 Heidelberg

Karlheinz Sonntag

 

Prof. Dr. Karlheinz Sonntag ist Professor an der Universität Heidelberg für Arbeits- und Organisationspsychologie und Leiter des Projekts MEgA