Arbeitsforschungstagung 2018: Zweitägige Veranstaltung präsentierte Highlights der Arbeitsforschung – auch Projekt MEgA beteiligt

Präsentation des Standes MEgA auf Arbeitsforschungstagung 2018

Die „Arbeitswelten der Zukunft“ standen im Mittelpunkt der Arbeitsforschungstagung am 4. und 5. Dezember 2018, zu der das Fraunhofer IAO ins Haus der Wirtschaft nach Stuttgart eingeladen hatte. Interaktive Sessions, Keynotes, analoge und digitalisierte Diskussionsrunden ermöglichten den übergreifenden Austausch, welche Veränderungen die zukünftige Arbeitswelt mit sich bringt und wie diese gestaltet werden kann. Mit der Session „Prävention in der Arbeit 4.0“ beteiligte sich das Projekt „Maßnahmen und Empfehlungen der gesunden Arbeit von morgen“ (MEgA) an diesem lebendigen Meinungsaustausch.

Unter Einbezug von Projekten aus dem BMBF-Förderschwerpunkt zeigte die Session neue Modelle und Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung im digitalen Wandel auf. In seinem Impulsvortrag stellte Dr. Philipp Lechleiter, Mitarbeiter in der Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Heidelberg, zunächst vier Handlungsfelder der Prävention vor: 1) Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen; 2) Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung; 3) Altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung sowie 4) Gesunde Führung.

Wie diese Handlungsfelder gestaltet werden können und welche Herausforderungen damit einhergehen, diskutierten die Teilnehmer in den anschließenden Stationengesprächen. Dazu luden Unternehmensvertreter unterschiedlicher Branchen ein: Claudia Koistinen, Manpower GmbH & Co. KG; Dr. Bernd R. Olma, Caritasverband Hannover e. V.; Stefan Wolfram, Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus… gGmbH sowie Anna Gasse, Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co. Die anschließenden Good-Practice Beispiele zeigten konkrete Lösungen für Prävention in der Arbeit 4.0 auf. 

So stellte Emanuel Beerheide vom LIA.nrw den BalanceGuard vor, ein webbasiertes Assistenzsystem zum Umgang mit Belastungs- und Beanspruchungssituationen. Simone Brandstädter von der Universität Heidelberg präsentierte das Verfahren „Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung“ (GPB), das dazu dient, psychische Belastungen am Arbeitsplatz objektiv zu erfassen (Projekt MEgA). Was überbetriebliche Tätigkeitswechsel für eine alternsdifferenzierte Arbeitsgestaltung leisten können, erklärte Michael Niehaus von der BAuA (Projekt TErrA). Mit dem Serious Game Stress-Rekord zeigte Dr. Sandra Schulz von der Universität Dresden eine Möglichkeit auf, Führungskräfte in der Pflege für gesundheitsförderliche Führung zu sensibilisieren.   

Mit der Arbeitsforschungstagung 2018 wurde eine immense Bandbreite an Themen behandelt, die deutlich machte: Die Digitalisierung betrifft Unternehmen aller Branchen und Größen. In der Keynote „Arbeit 4.0 präventiv gestalten“ betonte Prof. Karlheinz Sonntag von der Universität Heidelberg, dass die digitale Transformation jedoch nur erfolgreich zu gestalten sei, wenn die Gesundheit von Beschäftigten gefördert werde.

Davon konnten sich die Besucher auch in der konferenzbegleitenden Fachausstellung überzeugen. Neben zahlreichen Projekten präsentierte hier auch der BMBF-Förderschwerpunkt mit BalanceGuard, Digi-Exist, Dynamik 4.0, MEgA und Prädikatsarbeit neue Lösungsansätze für die Arbeit von morgen. Aber nicht nur in Deutschland, auch weltweit ist ein verstärkter Austausch zur Zukunft der Arbeit erforderlich, wie die 24-stündigen „Virtual World Tour“ eindrucksvoll deutlich machte: Zwölf internationale Forschungsinstitute zeigten via Livestream ihre Sicht auf die Arbeitswelten der Zukunft.

Eindrücke zur Arbeitsforschungstagung gibt es unter www.arbeitsforschungstagung2018.de.