Open-Space-Arbeitswelten. Das Projekt PräGeWelt legt Trendanalyse vor

Die Bilder des gegenwärtigen Wandels von Büroräumen liefern Google, Microsoft oder Facebook. Aber wie sieht es jenseits dieser Trendsetter aus, wenn Unternehmen derzeit Büroräume bauen oder umgestalten? Warum entstehen dabei zumeist offene, flexible Büros? Und welche Auswirkungen haben sie auf die Arbeit und Gesundheit von Beschäftigten? Die Antworten dazu liefert die jüngst erschienene Trendanalyse des Verbundprojektes PräGeWelt.

Für die umfassende Trendanalyse hat das Projekt verschiedene Ansätze und Methoden kombiniert: Neben einer systematischen Literaturrecherche wurden insgesamt 18 Unternehmen verschiedener Größen, Branchen und Arbeitsformen besichtigt, 42 betriebliche Experten interviewt und eine Online-Befragung mit rund 840 Erwerbstätigen durchgeführt. Mit 13 Fach- und Branchenexperten fanden zudem Workshops statt.

Die Ergebnisse zeigen: Wenn Unternehmen derzeit Bürogebäude neu bauen oder Bestandsgebäude umgestalten, dann fast immer in Richtung Open Space. Die Gründe der Unternehmen sind vielfältig und haben längst nicht nur mit Kosteneffizienz zu tun. Auch Kommunikation, Attraktivität und Flexibilität sind ausschlaggebend. Allerdings ist der Weg zum Open Space Büro weder unumstritten noch frei von Widersprüchen. Zum Beispiel werden Nachteile wie Lärm, mehr Störungen oder weniger Privatheit erwartet.

Bei den durch das Verbundprojekt PräGeWelt untersuchten Unternehmen überwiegen jedoch die Erfolgsgeschichten. Die Trendanalyse zeigt Erfolgsfaktoren von allgemeiner Bedeutung auf, die zum Gelingen der Open-Space Büros beigetragen haben und somit zur Orientierung dienen können. Zu ihnen zählt unter anderem, dass Unternehmen den Veränderungsprozess konsequent verfolgen und glaubwürdig vertreten, und auch ihre Mitarbeiter einbeziehen.

Welche Auswirkung Open Space Büros auf die psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten haben, ist derzeit allerdings noch unklar. Dieser Frage hat sich eine systematische Literaturrecherche gewidmet, die kaum Rückschlüsse auf einen Zusammenhang zulässt, sondern vielmehr auf eine erhebliche Forschungslücke hinweist. Insofern wird das Projekt PräGeWelt die Wirkung offener Büros auf Gesundheit und Arbeit in weiteren, empirischen Studien untersuchen.

Die Ergebnisse der PräGeWelt-Trendanalyse sind in einer Broschüre gebündelt, die unter www.praegewelt.de zum Download bereit steht. Die Ergebnisse der Trendanalyse, aktuelle Konzepte und erste empirische Ergebnisse zum Wohlbefinden von Beschäftigten in modernen Büroräumen hat das Verbundprojekt PräGeWelt auf der 63. Frühjahrstagung der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft am 17. Februar 2017 vorgestellt. Rund 55 Experten sind der Einladung zum Fachsymposium „Büroarbeit 4.0: Flexible Büro- und Arbeitswelten und deren Auswirkungen auf Arbeit und Gesundheit der Beschäftigten“ gefolgt. Zu den einzelnen Vorträgen des Symposiums geht es hier.

Möchten Sie mehr zum Thema Open Space erfahren? Dann werfen Sie einen Blick in dieses Interview mit Dr. Nick Kratzer (ISF München), Verbundkoordinator PräGeWelt.