Lebenszeit 4.0

Lebenszeit 4.0 – Zeitgerechte Region am Beispiel Nordstadt+

Beschäftigte im alltäglichen Spagat zwischen Familie und Arbeit

Arbeitswelt und privater Lebensbereich wachsen seit Jahren immer mehr zusammen. Stressfaktoren lassen sich nicht mehr auf einen Bereich alleine beschränken. Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Transport oder Öffnungszeiten von Ämtern und Geschäften sind in ihrer Verzahnung Faktoren, die Zeitstress für Beschäftigte entstehen lassen können. Wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mit immer neuen gesundheitlichen Belastungen einhergehen soll, ist der Abbau von Zeitstress dringend erforderlich. Einen besonderen Ansatzpunkt kann hier die Region darstellen. Durch die Zusammenarbeit von Unternehmen und kommunalen Einrichtungen lassen sich gesundheitliche Risiken für Beschäftigte abmildern und ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten.

Ziele des Projektes Zeitgerecht

Im Projekt Zeitgerecht entwickeln soziale Dienstleistungsunternehmen und Kommunalverwaltungen mit wissenschaftlicher Begleitung geeignete Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie, Unternehmen und Region. Anhand der Region Flensburg werden im ersten Schritt exemplarisch betriebliche, familiäre und andere lebensweltliche Faktoren untersucht, die Zeitstress für Beschäftigte bedeuten können. Mit seinen 90.000 Einwohnern weist Flensburg typische Eigenschaften einer „Middletown“ Deutschlands auf: hinsichtlich des Aufbaus der Bevölkerung, der Mischung von Arbeitsplätzen in Industrie, Dienstleistung, Handel und Verwaltung sowie der Verteilung von Wohn- und Arbeitsort in der Region.

Im zweiten Schritt werden optionale Angebote wie überbetriebliche Kindergärten, familiengerechte Schichtmodelle, Pflegezeiten und Bürgerbüros (zum Beispiel Beratungszeiten) aufgebaut. Diese Angebote werden zukünftig über die gesamte Region hinweg besser auf die Arbeitszeiten in Unternehmen abgestimmt, unter anderem mithilfe von Bürgerplanungszellen. Ein besonderes Anliegen von Zeitgerecht ist es, mithilfe der entwickelten Konzepte dauerhaft eine andere Zeitkultur zu etablieren, die auf andere Regionen übertragbar ist. Dafür arbeitet das Projekt interdisziplinär und verbindet arbeitsbezogene Ansätze mit Ergebnissen der Gemeinde- und Regionalforschung.

Projektlaufzeit
01. Juli 2016 bis 30. Juni 2019
Kontakt

Prof. Dr. Wenzel Matiaske
Helmut Schmidt Universität/Uni BW Hamburg

Telefon: 040 6541-3800
matiaske@hsu-hh.de